Am höchsten Punkt der Anhöhe von Pratzen (Prace), an der Stelle der entscheidenden Kämpfe der Schlacht von Austerlitz, steht schon fast hundert Jahre eine Steinkapelle, der Friedens-Grabhügel. Mit seiner Form ähnelt er angeblich den längst vergangenen in den breiten Steppen des Ostens errichteten slawischen Hügeln. Zu seinen Füßen stehen vier Schildträger mit den Wappen von Russland, Österreich, Frankreich und Mähren. Den Innenraum bildet eine viereckige Kapelle mit aussergewöhnlicher Akustik und einem Altar aus karrarischen Marmor. Über dem Grabhügel ragt eine Steinspitze mit einem stylisierten doppelarmigen Kupferkreuz empor.
Den Bau des Denkmals, das zu einer Dominante des Schlachtfeldes von Austerlitz wurde, initiierte der Brünner Priester Alois Slovák. Er empfand das ehemalige Kampffeld nicht als Platz eines Kriegsruhmes, sondern als einen Friedhof tausender gewöhnlicher Menschen. Der Grabhügel stellt somit ein unikates Friedensdenkmal dar, eines der ältesten in Mitteleuropa. Die Idee dieser Pietätsstätte charakterisieren wohl am zutreffendsten die Worte des Propheten Isaias, die am Eingang in die Kapelle in Stein gemeißelt ist: „Interfecti mei resurgent“ – „Meine Gefallenen werden wieder auferstehen“.
Der Grabhügel wurde in den Jahren 1910 – 1912 im zeitgenössischen Sezessionsstil nach dem Projekt des renomierten Architektes Josef Fanta erbaut. Der Bau wurde von öffentlichen Sammlungen, Spenden und sowie von Zuschüssen der Regierungsinstitutionen Russlands, Österreich-Ungarns und Frankreichs erbaut. Zwei Jahre nach der feierlichen Eröffnung, im Jahre 1925, kam eine napoleonische Dauerexposition hinzu. Das ebenerdige, architektonisch einfache Museumsgebäude unterstreicht die Monumentalität des Friedens-Grabhügels und knüpft frei an seine Ausdrucksform.
Denkmalstelle Friedens-Grabhügel
664 58 Prace u Brna, Tel./Fax: +420-544 244 724
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