Austerlitz 2005

O.P.S. C.E.N.S. JMK

Lehrpfad der Schlacht bei Austerlitz

...

Für die grosse Karte klicken Sie hier.

PS1 Šlapanice (Schlapanitz)

Die Stadt in der südöstlichen Richtung von Brünn hatte im Jahre 1805 mehr als 900 Einwohner und war eine wichtige Brot- und Milchversorgungsstelle für Brünn.
Am Abend des 17. Novembers kam hier beim Marsch von Wien nach Olmütz der russische Heerführer Kutuzov mit seinem Gefolge an. Am 19. November wurde der österreichische Untermarschall von Liechtenstein im Pfarrhaus untergebracht. In der Stadt sowie ihrer Umgebung lagerte das Heer.
Nach den Alliierten kamen die Franzosen. Das war am 20. November. Die Truppen befehligte Marschall Soult, der im Gebäude des heutigen Museums untergebracht wurde. Die Kavallerie von Muratovs Korps befehligte General Nansouty. Die Ersatzreserve von Oudinotovs Grenadieren mit 40 Kanonen stand nordwestlich von Šlapanice.
Nach der Schlacht wurden 400 gefangene Russen in der Kirche kurzzeitig eingesperrt. Im Feldkrankenhaus mit einer chirurgischen Ambulanz im Gebäude des Blümegen- Schlosses wurden Hunderte von Verwundeten behandelt. Unter ihnen waren auch Brigadegeneral Thiébault und General Valhubert, der später in Brno (Brünn) starb.
Die Stadt sowie die umliegenden Dörfer, die zu einer ausgedehnten Pfarrgemeinde gehörten, erlitten erhebliche Schäden.
An die Ereignisse in Šlapanice im Jahre 1805 erinnern die Mariennische an der Fassade des Hauses Nr. 6 in der Jiříkovská Strasse und ein Kriegsgefallenendenkmal vom Jahre 1965 auf dem Friedhof in Šlapanice.

PS2 Žuráň
Die Anhöhe Žuráň, unweit der damaligen Kaiserstrasse von Brünn nach Olmütz, ist in Wirklichkeit ein künstlich aufgehäufter Grabhügel aus der Zeit der Völkerwanderung. Es handelt sich um eine der berühmtesten und zugleich historisch wertvollsten Lokalität des Austerlitzer Schlachtfeldes. Žuráň war zu Beginn der Schlacht der Kommandostandort der französischen Truppen. Im nahegelegenen Einkehrgasthaus "Pindulka" aß auch Kaiser Napoleon I. mit seinem Gefolge am Vorabend der Schlacht sein Abendbrot, der auch später in einer provisorischen Hütte beim nahen Steinbruch für kurze Zeit zu Bett ging. Im Laufe der Nacht erhielt er die Nachricht über den taktischen Plan der Alliierten für die folgende Schlacht, die vorhatten, die französische Armee von Süden her zu umzingeln und ihr so den Fluchtweg nach Wien abzuschneiden, woher sie Verstärkungen erwartete, und sie in Richtung zur Böhmisch-Mährischen Höhe zurückzudrängen.
Die Umgehung der rechten Flanke der Franzosen sollte dann im nördlichen Teil des Schlachtfeldes das Korps von General Bagration durchführen.
Auf diese Absicht der Alliierten reagierte Napoleon mit dem genialen Gegenschlag mitten durch die Front auf den Standort der Hauptkräfte der Alliierten auf der Pratzen-Anhöhe. Der Verwirklichung dieses als "Löwensprung" genannten Manövers ging noch vor Tagesanbruch die Konzentrierung einer starken Sturmformation in dem im Nebel umhüllten Tal des Flusses Rokytnice zwischen Žuráň und der Pratzen-Anhöhe bevor.
Nach acht Uhr morgens, als über dem Horizont der Pratzen-Hügel die berühmte Austerlitzer Sonne - le soleil d´Austerlitz - schon aufging, und nach einer kurzen Beratung mit seinem Stab, gab Napoleon auf dem Berg Žuráň dem Kommandanten des IV. Korps - Marschall Soult den Befehl zum entscheidenden Ansturm auf die Stellung der Alliierten. Der erfolgreiche Ansturm auf Staré vinohrady und die Pratzen–Anhöhe bildete die Voraussetzung für den Totalsieg der französischen Grossen Armee in der Schlacht bei Austerlitz.
Im Jahre 1930 wurde auf dem Berg Žuráň als Andenken an den berühmten Sieg in Anwesenheit der tschechoslowakischen und französischen Generalität – als Ausdruck der damaligen engen tschechoslowakisch-französichen Beziehungen – ein Denkmal aus Stein mit einer plastischen Karte enthüllt, die die Positionen der einzelnen Truppen vor dem entscheidenden Zusammenstoß darstellt.

PS3 Rohlenka (Parkplatz)
Die Ausgangsposition der Franzosen am nördlichen Flügel. Nördlich von der Kaiserstrasse Brünn – Olmütz befehligte die Franzosen Marschall Lannes, südlich von der Strasse führte das Kommando über die französische Kavallerie Marschall Murat. An dieser Strasse entlang kam es zu der bisher größten Kavallerieschlacht der militärischen Geschichte. Auf der Seite der Alliierten führte das Kommando der österreichische Untermarschall Fürst Johannes Joseph von Liechtenstein, Besitzer des nahegelegenen Herrschaftsgutes von Pozořice.
Die historischen Gebäude des Einkehrgasthauses Rohlenka standen an der Stelle des heutigen gleichnamigen Rasthauses. Beim Bau der Mc. Donald´- Betriebsstätte im September 1995 wurde ein Massengrab aus dem Jahre
1805 entdeckt. Die gefundenen Gebeine von einigen Dutzend Personen wiesen eindeutig nach, dass sich im Objekt ein Feldlazarett befand.
Von Rohlenka sind die Dominanten des Schlachtfeldes Žuráň, Santon und die Pratzen–Anhöhe zu sehen. Im ersten Stock des Rasthauses Rohlenka ist seit dem 1.7.2002 eine Ausstellung der Schlacht bei Austerlitz mit dem Diorama der Kämpfe im nördlichen Teil des Austerlitzer Schlachtfeldes geöffnet.
Durch bedeutende Verkehrswege ist dieser Raum zwischen den Haupteinsteigestellen des 120 km2 breiten Austerlitzer Schlachtfeldes plaziert, das aufgrund der Verordnung des Kulturministeriums der ČR unter den Denkmalschutz fällt.

PS5 Tvarožná – Blažovice (Bosenitz - Blazowitz, Kreuzung)
In diesem Raum kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Truppen der französischen und der russisch- österreichischen leichten und schweren Kavallerie. Südlich von der Kreuzung kämpften in der Zeit von 9 bis 11 Uhr in mehreren Wellen 20 Tausend Kavalleristen. Dabei tat sich insbesondere Napoleons Schwager Joachim Murat mit seiner Reiter- und Kampfkunst rühmlich hervor. Zu seinem ebenbürtigen Partner wurde der Kommandant der österreichischen Kavallerie, Untermarschall Johannes Joseph von Liechtenstein, Besitzer eines ausgedehnten Herrschaftsgutes in Südmähren und des nahegelegenen Herrschaftsgutes von Pozořice.
Auf der französischen Seite kämpften
- nördlich von der Olmützer Strasse; Suchets und d´Hautpauls Divisionen unter dem Kommando von Marschall Lannes
- südlich von der Olmützer Strasse; Divisionen von Beaumont, Caffarelli, Kellerman, Nansouty und Walther unter dem Kommando von Marschall Murat.
Auf der Seite der Alliierten kämpften
- nördlich von der Olmützer Strasse; die russischen Truppen unter dem Kommando von General Bagration
- südlich von der Olmützer Strasse; die österreichischen Truppen unter dem Kommando vom Fürsten von Liechtenstein.

PS6 Blažovice – Jiříkovice (Blazowitz - Girzikowitz, hinter der LPG)
Südlich von dieser Beobachtungsstelle konzentrierten sich während der Nacht vor der Schlacht die französischen Soldaten von den Divisionen der Generäle Saint Hillaire und Vandamme unter dem Kommando von Marschall Soult und Marschall Bernadott. Hier im dichten Nebel versteckt, starteten diese Truppen gegen halb neun den entscheidenden Ansturm auf die Pratzen-Anhöhe und Staré Vinohrady. Die Historiker nannten ihn später „Napoleons Löwensprung“. Dieser wurde über die Gemeinde Pratzen geführt, die grosse Schäden erlitt. Hunderte von Soldaten beider Seiten sind hier gefallen.
Dem französischen Kaiser gelang es, nach der vierstündigen Schlacht den Plan zu erfüllen - die Alliiertenlinien in zwei Teile zu teilen sowie das entscheidende Übergewicht in der zweiten Phase der Schlacht zu gewinnen.
Eine Volkssage besagt, dass das Wasser im Bach Romza, der von Blažovice nach Jiříkovice fliesst, dunkelrot vom Blut der toten und verwundeten Soldaten war.

PS7 Staré vinohrady (Kreuzung Blažovice – Zbýšov)
Die Anhöhe Staré vinohrady (296 m über dem Meeresspiegel) liegt im mittleren Teil des Schlachtfeldes. Der Oberkommandant der Alliierten, General Kutuzov, wählte sie zu seinem Kommandostandpunkt. Es war der 2. Dezember 1805. Seit 8 Uhr früh beobachtete er hier in Begleitung des österreichischen Kaisers Franz und des russischen Zaren Alexander die Bewegung der französischen Truppen und den Abstieg seiner Soldaten in Richtung Sokolnice, entsprechend dem Plan des österreichischen Generals Franz von Weyrother.
Auf der Anhöhe blieben nur die Divisionen von General Miloradovič und die österreichischen Einheiten von General Kolowrat zurück.
In dem im Nebel umhüllten Tal zwischen Jiříkovice und Ponětovice standen die Divisionen von Soult und Bernadott.
Für Napoleon ging auf dem Berg Žuráň um 8 Uhr die „Austerlitzer Sonne“ auf. Es war der Tag seines Krönungjubiläums. Um 8.30 gab er den Befehl zum Ansturm. Die Truppen setzten sich in Bewegung. Der vierstündige blutige Kampf brach los. Die Alliierten beriefen auch die Reserve-Kaisergarde unter dem Kommando des Bruders vom Zaren Konstantin Pavlovič ein. Eine Garde kämpfte gegen die andere.
Das Kommando über die Kaisergarde führte Napoleon selbst und er führte so den „Löwensprung“ siegreich zu Ende. Vor Mittag hatten die Franzosen eindeutig das Übergewicht. Der Zar, der Kaiser sowie General Kutuzov verließen das Schlachtfeld.
Napoleon mit Begleitung wechselte seine Stellung von Žuráň über Staré vinohrady und den Pratzen–Berg zur Sankt-Antonius-Kapelle über Újezd, woher er den Rückzug der Alliierten an den Teichen von Žatčany und Měnín entlang beobachtete, den die französichen Kanonen erschwerten. Der Kampf wurde endgültig entschieden.

PS8 Zbýšov (Zbeichow)
Über die Gemeinde Zbýšov und ihre Umgebung zog vor der Schlacht von Austerlitz das Korps von General Langeron, das Stellungen auf der Pratzen-Anhöhe bezog. Die Kavallerie von General von Liechtenstein kam zur Gemeinde aus Austerlitz, und am Abend lagerte sie nördlich der Gemeinde in Richtung Pratzen und Křenovice.
Am 2. Dezember 1805 zwischen 11 und 12 Uhr verließen die russichen und österreichischen Fahnen die Pratzen-Anhöhe unter dem Schutz der Kavalleristen von General von Liechtenstein und der Artilleriebatterien von Hauptmann Zocchi. Die Soldaten zogen über Zbýšov, Šaratice und Křenovice in Richtung Austerlitz zurück.
Als Andenken an die Schlacht stehen hier zwei Denkmäler. Die Kapelle der Schmerzensreichen Jungfrau Maria auf dem Dorfplatz hat in zwei Ecken eingemauerte Kugeln von der Schlacht. Nordöstlich der Gemeinde steht ein Kreuz, das angeblich über dem Grab der Gefallenen gebaut wurde. Die Gebeine der Gefallenen der Schlacht wurden später auf Krchůvek bei Křenovice überführt, und auch das Kreuz steht heute nicht mehr auf der ursprünglichen Stelle.

PS9 Hostěrádky-Rešov (Hostiedarek-Reschow)
Eine Gemeinde an der Grenze der Bezirke Vyškov und Brünn-Land. Früher gab es hier zwei selbständige Gemeinden. Die Gemeinde liegt am südöstlichen Hang des Berges Stará hora, der zu einem Zeugen der Schlacht im Jahre 1805 wurde. Vor der Schlacht zogen hier die Truppen hindurch, und am 2. Dezember 1805 morgen früh standen die russichen Truppen der Ersten Kolonne unter dem Kommando von General Dochturov auf der westlichen Seite frontal zu Sokolnice und Kobylnice. Diese Kolonne bildeten Jäger-, Musketier- , Grenadier- und Kosakenregimenter, denen das österreichische Korps von General Kienmayer vorgeschoben wurde, das aus Grenzerregimentern bestand. Auf der nordwestlichen Seite nahm das russische Korps von General Langeron die Stellung ein.
Dochturov verließ nach sieben Uhr früh die Stellung auf dem Pratzen-Berg und über Hostěrádky und Újezd rückte er in Richtung Telnice vor.

PS10 Žatčany – Újezd – Sokolnice (Satzcan - Augezd - Sokolnitz)
Nordwestlich von diesem Standpunkt und nördlich vom Teich von Žatčany kämpften seit Morgenstunden die Truppen von General Dochturov und General Langeron gegen die französischen Divisionen von Legrand, Bourcier und Friant. Während den Vormittagsstunden besetzten beide kämpfenden Parteien die Positionen in den Gemeinden Sokolnice und Telnice. Die flexible französische Verteidigung verhinderte die Umgehung oder den Durchbruch der Alliierten an diesem Flügel.
Nach Mittag, nachdem die Franzosen die Pratzen-Anhöhe erobert hatten, den Alliierten in den Rücken gefallen waren und sie zwischen Žatčany, Újezd, Sokolnice und Telnice umzingelt hatten, flüchtete ein Teil der Truppen über den Damm zwischen den Teichen von Žatčany und Měnín.
In diesem Raum wurde der Kampf beendet, und die Alliiertenarmee zog sich in Richtung Austerlitz und Hodonín zurück.

PS11 Žatčany – hráz bývalého rybníka
Hierdurch zogen sich am Ende der Schlacht die Reste der Alliiertentruppen, überwiegend die russischen Truppen von General Dochturov, zurück. Ihr Rückzug wurde vom französischen Kanonenfeuer von der Kapelle des Heiligen Antonius über Újezd aus, auf die zugefrorenen Teiche von Žatčany und Měnín, begleitet. Das Kanonenfeuer und das schwierige Terrain behinderten die Bewegung der Truppen und führten dazu, dass einige Soldaten, Pferde und Kanonen im kalten Wasser und Sumpf am Damm zwischen beiden Teichen ein schlimmes Ende nahmen. Der Rückzug durch das Tal des kleinen Flusses Litava wurde zwischen Rychmanov und Žatčany von Grenzertruppen, unter dem Kommando des österreichischen Generals Kienmayer mit einem Regiment österreichischer Husaren unter dem Kommando von General Nostitz, geschützt. Sie verhinderten so das Angreifen der sich Zurückziehenden durch die französichen Truppen von General Vandamme. Diese Kampfphase wurde von Seiten der französischen Propaganda durch das Beziffern von Hunderten von Toten und Ertrunkenen stark übertrieben. Eine Untersuchung der Teiche nach der Schlacht widerlegte diese Angaben.

PS12 Boží Muka - Telnice – Sokolnice (Telnitz - Sokolnitz)
Eine Wegkapelle im nördlichen Teil der Gemeinde Telnice im lokalen Teil „Na lopatě“. In diesem Raum verliefen bereits seit frühen Morgenstunden schwere Kämpfe zwischen den österreichischen Husaren von Rittmeister Lažansky und den französischen Tirailleuren. Der Kampf mit wechselndem Erfolg der verschiedenen Truppen beider kämpfenden Parteien entwickelte sich noch den ganzen Nachmittag. Kaiser Napoleon schätzte gut die Absicht der Alliierten ab, die über den linken Flügel den französischen rechten Flügel umgehen wollten. Hier wurden die Alliiertensoldaten durch die französischen Kavalleriedivisionen am Ende der Schlacht umzingelt und zum Rückzug gezwungen.
Dieses Denkmal ist genauso, wie viele andere, als Ort eines Sammelschachtgrabs der Schlachtopfer bezeichnet.

PS13 Sokolnice – Telnice (Sokolnitz - Telnitz, Überführung an der Strasse)
Das Gelände an der Strasse Sokolnice-Telnice, nicht weit von der Bahnunterführung an der südwestlichen Grenzlinie des Schlachtfeldes, war die Spitze des rechten Flügels der französischen Armee. Sie wurde vom Bach Zlatý potok geschützt.
Marschall Davout führte hierher seine Truppen, die direkt vom Marsch in den Kampf erfolgreich eingriffen. Auf direkten Befehl von Kaiser Napoleon hin, sicherten sie die „flexible Verteidigung“, die den Durchbruch sowie die Umgehung der französischen Positionen verhinderte. Sie beteiligten sich so bedeutendermaßen am gesamten Sieg.
Hier beim Zlatý potok kämpften die französische Kavalleriedivision von Bourcier und die Infanteriedivision von Legrand gegen die Alliierteneinheiten des österreichischen Untermarschalls Kienmayer und der russischen Generäle Dochturov und Langeron.

PS14 Sokolnice (Sokolnitz) – Chateau, Schlossschpeicher, Fasanerie
Sokolnice mit den entscheidenden Stützpunkten - dem Schlossspeicher, dem Schloss und der Fasanerie, bildeten den Mittelpunkt der Verteidigung des südlichen Flügels der französichen Armee. Hier wurden die Hauptkräfte der Alliierten konzentriert.
Auf der französischen Seite kämpften Legrands und Friants Divisionen, und auf der Seite der Alliierten das I., II. und III. Korps unter dem Kommando von General Dochturov und den Generälen Langeron und Przybyszewski. Nach dem Kampf wurde der Speicher, ein monumentaler Nutzbau im Barockstil, zum Gefängnis für 400 Russen, und auf den Feldern dahinter, begruben die Untergebenen Gefallene in Schachtgräbern. Ein weiteres angebliche Grab ist durch ein Friedenskreuz in der Strasse unter dem Berg Stráž bezeichnet, das jedoch mehrmals auf eine andere Stelle verschoben wurde.
An der Aussenmauer der Fasanerie, an der Bezirksstrasse nach Kobylnice, bezeichnen fünf Kreuze den Standpunkt von fünf französischen Kanonen.

PS15 Kobylnice (Kobelnitz)
Kobylnice ist eine Gemeinde in der Mitte der westlichen Grenzlinie der Schlacht. Im Jahre 1805 standen hier ein paar Bauten. Die Truppen wechselten hier, sowie in der Umgebung, ständig ihre Stellung, insbesondere als Reaktion auf die dramatische Entwicklung bei der Gemeinde Pratzen und in den Kämpfen um das Schloss von Sokolnice.
Beim Ansturm auf die Pratzen–Anhöhe, unter dem Kommando von Marschall Soult, schützte bei Kobylnice die Brigade von General Levasseur die rechte Seite Saint-Hillairs Division. Am Nachmittag kämpfte die Grenadierdivision von Durocov teilweise bei der Fasanerie und mit ihrem grösseren Teil bei Kobylnice gegen die Truppen von General Przybyszewski.
Zum Schluss der Schlacht bogen die befreiten Divisionen von Saint-Hillair, Vandamme und die Garde südwestlich auf den Pratzen–Berg ab und schlossen Buxhöwdens Truppen in einem Kreis ein, der im Norden bei Kobylnice durch eine Grenadierdivision geschlossen wurde. Zwischen 15 und 16 Uhr bemühte sich Przybyszewski nach Norden, Kobilnice zu, durchzubrechen und stiess dabei auf die Hauptkräfte der Grenadierdivision. Er wurde zurückgedrängt und südöstlich des Dorfes Dvorska eingeschlossen.

PS16 Sokolnice – Prace - Újezd (Sokolnitz - Pratzen - Augezd)
Das Gelände des sog. „südlichen Flügels“. Es war eigentlich in Sokolnice und Telnice, wo am 2. Dezember 1805 in den frühen Morgenstunden die Schlacht losbrach. Die Alliiertentruppen der Generäle Dochturov, Langeron und Przybyszewski stürmten den rechten Flügel der französischen Linie.
Wechselnde gegenseitige Anstürme entschied der Aufmarsch von Davouts Truppen von Rajhrad und Rebešovice um 9 Uhr. Sie entwickelten hier die vorher eingeübte sog. flexible Verteidigung. Dadurch wurden ein Durchbruch und eine Umgehung durch die Alliierten verhindert. Der zweite Wendepunkt zum Vorteil der Franzosen war der Vormarsch der Truppen in den Rücken der Alliierten nach der Eroberung der Pratzen-Anhöhe. Dies geschah nach 12 Uhr.
Die Endphase der Niederlage der Alliierten erfolgte zwischen 15 – 16 Uhr.

PS17 Mohyla míru – jih (Parkplatz Kaserne)
Von diesem Punkt über den Serpentinen der von Sokolnice und Telnice aus steigenden Strasse können wir den südlichen Teil des Austerlitzer Schlachtfeldes gut übersehen.
Hierdurch ritt am 2. Dezember 1805 etwa um 14 Uhr Kaiser Napoleon mit seinem Gefolge zu der nahegelegenen Sankt-Antonius-Kapelle über Újezd. Von hier aus beobachtete er das dramatische Ende der Schlacht und den ungeordneten Rückzug der Alliierten, die vom französischen Kanonenfeuer verfolgt wurden, über den Damm zwischen den Teichen von Žatčany und Měnín in Richtung Újezd, Sternov und Rychmanov.
Nach der Schlacht stieg er in das Tal zum Ritt über das Schlachtfeld hinab und auf dem Feld wurde er von Toten und vom Jammergeschrei der Verwundeten begleitet.

PS18 Mohyla míru (Parkplatz)
Die Pratzen-Anhöhe (324 m über dem Meeresspiegel) mit einem Friedensgrabhügel ist der höchste Punkt des Schlachtfeldes. Im Jahre 1805 war sie nicht bewaldet und ermöglichte den größten Teil des damaligen Schlachtfeldes zu überschauen. Am Anfang der Schlacht waren hier auch der österreichische Kaiser Franz und der russische Zar Alexander.
Sie wurde von Soldaten der Brigade von Kamensky I. und der Division von Kolowrat besezt, und von den französischen Truppen der Division von Saint-Hillaire und den Brigaden von Thiebault, Varé und Levaseuer um 11 Uhr vormittags erobert. Bei der Verteidigung tat sich der österreichische General Jirčik mit seinen Soldaten hervor. Er wurde hier schwer verletzt und infolge der Verletzungen starb er.
Auf der Anhöhe wurde aus Initiative des katholischen Priesters P. Alois Slovák und des auf seinen Anlaß gegründeten Komitees ein Friedensdenkmal im Sezessionsstil nach einem Entwurf des Prager Architekten Fanta aufgebaut. Das war im Jahre 1911. Später wurde es vom Museumsgebäude ergänzt. Das Friedensdenkmal steht hier als Symbol der Region und als Andenken an die längst vergangenen Ereignisse. Es betont die Versöhnung der Völker und wurde zum ewigen Andenken an Tausende von Kriegsopfern, an diejenigen, die von weit her kamen, und ihre Leben auf dem mährischen Schlachtfeld opferten.
Dieses Thema wird auch durch einen Pietätsakt betont, der hier alljährlich zum Jahrestag der Schlacht stattfindet.

PS19 Ponětovice – Prace (Puntowitz - Pratzen)
Nordöstlich von diesem Standpunkt in Richtung Žuráň –Staré Vinohrady wurden in der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember, aufgrund eines Befehls von Napoleon, die Sturmeinheiten der sog. „Löwensprung“-Operation konzentriert. Es war zwischen den Gemeinden Jiříkovice, Ponětovice und Blažovice. Im dichten Nebel versteckt, standen hier die Divisionen von Saint Hillaire, Vandamme, Rivaud, Drouet und Duroc. Die ersten zwei Divisionen bildeten die Spitze der Sturmformationen. Ihre Ersatzreserve war das I. Korps von Marschall Bernadott. Von hier aus, im Nebel versteckt, starteten sie in früher Morgenstunde den Ansturm auf die Pratzen-Anhöhe und Staré Vinohrady. Dieses Manöver wurde zum entscheidenden Schritt auf dem Wege zum Totalsieg.
Von diesem Standpunkt aus ist der ganze mittlere Bereich des Schlachtfeldes gut zu übersehen.

PS20 Ponětovice (Puntowitz) – Teich
Vor der Schlacht standen in Ausgangsstellung auf der östlichen Seite der Gemeinde Ponětovice zwei Reihenregimenter von General Thiebault, bestehend aus der 1. Infanteriedivision von General Saint-Hilaire vom IV. Armeekorps von Soult. An der Strasse entlang wurde in die Formation des sog. Soults „Löwensprungs“ die Grenadierdivision, unter dem Kommando der Generäle Oudinot und Duroc, eingegliedert, die ursprünglich zum V. Korps von Marschall Lannes gehörte.
Das Gelände bildet einen Bestandteil der Bergebene unter der Anhöhe Žuráň, und von hier aus können wir den gesamten mittleren Abschnitt des Schlachtfeldes übersehen.

PS21 Jiříkovice (Landgut zwischen Šlapanice und Jiříkovice)
Der Standpunkt ist ein Bestandteil der Bergebene an der Sohle des Berges Žuráň, nicht weit von Napoleons Kommandostandpunkt am Anfang der Schlacht bei Austerlitz. Von hier aus können wir den mittleren und nördlichen Teil des Schlachtfeldes übersehen.
Hinter dem Kommandostandort wurden die Einheiten der Kaisergarde verteilt, die Marschall Bessiéres befehligte. Sie wurden von den Divisionen der Divisionsgeneräle Rivaud und Drouet vom I. Korps des Marschalls Bernadott verstärkt, die vor Žuráň plaziert waren. Ihr linker Flügel überdeckte den rechten Flügel der ihnen vorgesetzten 1. Infanteriedivision des Divisionsgenerals Caffarelli vom V. Korps des Marschalls Lannes. Sie schützten den Hauptstab der französischen Armee auf dem Berg Žuráň, woher die „allgemeinen Dispositionen“ für den Kampf am 2. Dezember ausgegeben wurden. Diese Einheiten kämpften in Staré Vinohrady in den Mittagsstunden.

PS22 Jiříkovice (Girzikowitz) – vrchnostenský dvůr
Die Gemeinde Jiříkovice wurde im Jahre 1805 unter drei Besitzer aufgeteilt. Es waren Dolní dvůr des Grafen Braida in Šlapanice, das Dietriechsteiner Herrengut in Sokolnice und das Sankt-Anna-Kloster in Brünn.
Die meisten Einwohner wurden bereits am Vorabend der Schlacht obdachlos. Napoleon kontrollierte die Stellung seiner Soldaten, und im Dunkeln stolperte er über eine Baumwurzel oder ein Bein eines schlafenden Soldaten. Jemand zündete ein Strohbündel an, um dem Kaiser den Weg zu beleuchten. Und zu ihm gesellten sich noch die anderen hinzu. Sie riefen dem Kaiser einen Hochruf aus und hoben das brennende Stroh an ihren Säbeln und Gewehren hoch. Dem Kaiser war es zuerst nicht recht, aber dann lächelte er. Dieser Beleuchtung fielen mehrere Dächer in Jiříkovice zum Opfer. Die versteckten Einwohner beobachteten mit Trauer, wie von ihren Häusern in der kalten Nacht, durch Zutun der Soldaten von Vandammes Division, Strohbündel, Dachstühle, Tore und Zäune verschwanden. Dieses Ereignis trat in die Geschichte als „Feuer von Jiříkovice“ ein.
Zu Beginn der Schlacht wurde nach Jiříkovice die Ambulanz der französischen Division verschoben. Sie wurde in den Wirtschaftsgebäuden des Herrenhofs plaziert. Die Bergung der Gefallenen wurde am 10. Dezember beendet. Über die Tätigkeit der Ambulanz blieb die Notiz eines unbekannten französischen Offiziers des Krankendienstes erhalten. Neben unbekannten Soldaten wurden hier auch Oberst Lacon, Major Kuna und Hauptmann Heudelin vom 16. Korps der Jägerkavalleristen begraben. Innerhalb von einigen Stunden wurde mehr als 8 Offizieren und 62 Soldaten von beiden kämpfenden Seiten geholfen.
Als Stelle des Sammelgrabs wird das Kreuz am Wege nach Tvarožná angegeben. Hier wurde vor dem Jahrestag im Jahre 2000 das Denkmal als Andenken der Opfer von den Kriegszeiten 1805 und 1809 und dem Friedenswanderer Norbert Brassinn aus dem belgischen Waterloo enthüllt.

PS23 Holubice (Holubitz, an der Landstrasse – Haltestelle des tschechischen staatlichen Bustransportes)
Im nördlichen Teil des Austerlitzer Schlachtfeldes bei den Gemeinden Holubice und Kruh gingen schwere Kämpfe vor. Tausende von Kavalleristen des Bagrations- Korps griffen gegen acht Uhr morgens die feindliche französische leichte Kavallerie an, die sich bemühte, den Angriff zu mäßigen Mit einer Massensalve schlug sie die erste stürmende Hulanenwelle - wörtlich genommen - zu Boden. Über dreihundert Pferde sanken zu Boden, die anderen stolperten über sie und warfen ihre Reiter ab. Die französische leichte Kavallerie formierte sich hinter dem Wall der Infanterie von neuem und begann mit dem Gegenangriff. Der russiche Ansturm schlug in einen Rückzug um. Die wild gewordenen Pferde liessen sich nicht mehr aufhalten, und ein großer Teil von ihnen versank im tiefen Hohlweg bei Kruh und Holubice. Die Unnachgiebigkeit der österreichischen Kavallerie von Untermarschall von Liechtenstein half Bagration, seine Kräfte zu konsolidieren, und die Front stabilisierte sich an der Linie Holubice-Kruh-Pozořice.
Die französischen Truppen, unter dem Kommando der Marschälle Murat und Lannes, verstärkt um 11 Uhr durch die I. Infanteriedivision von Rivaud vom I. Bernadottes- Korps, waren immer im Sturmlauf.
Der Druck auf den geschwächten linken Flügel des Bagrations- Korps zwang die Russen zum Rückzug. So zog sich Bagration stufenweise an die Kaiserstrasse in Richtung Rousínov zurück. Dieser Rückzug wurde von der Anhöhe zwischen Stará pošta und Kovalovice durch zwei österreichische Batterien von Major Frierenberger geschützt, der für diese Heldentat das Ritterkreuz des Maria Theresia - Militärordens erhielt.
Seit dem Jahre 1995 steht an der Strasse nach Rousínov, über der Kreuzung Kovalovice-Velešovice, ein Denkmal als Andenken an diese Episode.

PS24 Stará pošta
Die Gebäude des Alten Postamtes von Pozořice am nordöstlichen Rande des Schlachtfeldes liegen an der Landstrasse in der Mitte des Wegs zwischen Brünn und Vyškov. Sie blieben fast im ursprünglichen Zustand erhalten. Die erbliche Poststation der österreichischen Post wurde hier im Jahre 1785 errichtet.
Im Objekt wechselten die Kommandostäbe beider kämpfenden Parteien miteinander ab. Am 28. November traf sich hier im Hauptzelt des Marschalls Murat der französische Kaiser Napoleon mit seinen Marschällen Berthier, Soult und Lannes. Aus dieser Beratung ergab sich die Entscheidung über die Verteilung der Truppen am 2.12.1805.
Vor dem Kampf beim Aufmarsch von Olmütz wurde das Postamt von den Russen mit ihrem Kommandanten General Bagration besetzt. Von hier aus brachen die Russen am 2.12.1805 morgen früh zum Versuch um die Umgehung der linken Flanke der Franzosen mit dem Hauptpunkt auf dem Berg Santon aus.
Nach dem Kampf traf sich hier Napoleon mit dem Gesandten des österreichischen Kaisers Franz, dem Fürsten von Liechtenstein, der zufälligerweise Besitzer des Herrschaftsgutes von Pozořice war, zu welchem das Alte Postamt gehörte. Hier vereinbarten sie das Treffen bei Spálený mlýn, das den Friedensverhandlungen vorherging. Vom Alten Postamt reiste Napoleon auf das Austerlitzer Schloss, wo er die Hauptdokumente der Siegerpartei formulierte.
Nicht weit vom Alten Postamt von Pozořice befindet sich das Denkmal der österreichischen Artillerie von Major Frierenberger, der den ordentlichen Rückzug der Russen unter Bagrations Kommando mit Kanonenfeuer unterstützte.

PS25 Pozořice (Posorizt)
Nach Pozořice, dem Zentrum des von Liechtensteins Herrschaftsgutes mit Schloss, Hof, einer Branntweinbrennerei, Brauerei und Binderwerkstatt, kamen die Franzosen am 19. November. Im Pfarrhaus beim Pfarrer Mikuláš Kvapil übernachtete General Milbaud mit 15 Soldaten. Nach seinem Weggehen kam Generaladjutant Fontaine mit Begleitung und hielt sich hier bis zum 29. November 1805 auf.
Nach der Schlacht plünderten die Sieger nicht nur den Bauernhof des Pfarrers, sondern auch der Herrenhof und die Bauerngüter trugen schlimme Folgen davon.
Ein angebliches Massengrab befindet sich beim ehemaligen Ziegelwerk und an der Eisenbahnstrecke „Dvoje“. Der Verlauf der Ereignisse im Jahre 1805 wurde in der Pfarrchronik und in der „Chronik der Stadt Pozořice“ beschrieben.

PS26 Slavkov u Brna (Austerlitz)
Austerlitz, der verdeutschte Name einer kleinen mährischen Stadt, verbreitete sich zu Ende des Jahres 1805 in der ganzen Welt. Er wurde zum Symbol der Festigung der französichen Oberherrschaft über Europa und zum Ausdruck der Niederlage der gegen-napoleonischen Koalition. Zeitweilig endeten die Greuel des Krieges.
Eine bedeutende historische Aufgabe schreiben wir auch dem Austerlitzer Barockschloss zu, das nach einem Entwurf des italienischen Architekten Domenico Martinelli gebaut wurde. Das Adelsgeschlecht Kounitz, in dessen Besitz das Schloss war, beteiligte sich in bedeutendem Maße jahrelang an der Gestaltung der österreichischen Auslandspolitik. Vor der Schlacht hielten sich im Schloss der russiche Zar Alexander I. und der österreichische Kaiser Franz I. auf. Nach der Schlacht wählte der französische Kaiser Napoleon das Schloss als seinen vorübergehenden Sitz.
Im Spiegelsaal wurde am 6. Dezember der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Österreich unterzeichnet und vom Balkon des Schlosses aus trug Napoleon die Proklamation an seine Truppen vor. Am berühmtesten ist der Schluss seiner Proklamation: „Es genügt zu sagen: Ich kämpfte bei Austerlitz, und jeder antwortet – Siehe, ein Held“.

Der Friedensvertrag mit seinen harten Bedingungen für die geschlagene Seite wurde am 26. Dezember 1805 in Preßburg abgeschlossen.


GEPLANTE UMGEHUNGEN DER ALLIIERTEN
Team Austerlitz (01.05.2005 10:31)